Sonntag, 1. Juni 2014

Papier ist meine Leidenschaft – Diese Geschichte wird lang

Ich liebe es, Papier anzufassen.

Ich liebe die Geräusche des Papiers, wenn man es verarbeitet.

Ich liebe die Dinge, die man aus Papier herstellen kann.

Schon als Kind habe ich alles, was auch nur irgendwie mit Papier zu tun hatte, geliebt – Stifte natürlich auch. Es kommt nicht von ungefähr, dass mein Vater mich immer “Papiertiger” nannte. Eigentlich hätte uns allen klar sein müssen, dass ich in meinem Berufsleben irgendetwas mit Papier machen müsste – irgendetwas Kreatives. In gewisser Weise bin ich dem Papier im Berufsleben auch treu geblieben – ich bearbeite Akten – früher mehr als heute, aber das ist nicht wirklich kreativ. Und ausfüllend ist das für eine wie mich schon gleich gar nicht.

In diesem Zusammenhang erinnere ich eine Situation aus meinem letzten Bewerbungsgespräch noch ganz genau. Da ich immer gerne von Anfang an mit offenen Karten spiele, hatte ich in meinem Lebenslauf natürlich auch meinen Nebenerwerb angegeben. Unweigerlich kam die Frage, was denn eine Stampin’ Up! Demonstratorn (gesprochen wie man es schreibt: Schtampien-uup-Demon-stra-tor-in) sei. Und so erklärte ich, so gut es für Unwissende in einem solchen Rahmen eben geht, was eine Stampin’ Up! Demonstratorin ist (Tuppern mit Stempeln)und wie ich als ein solcher meine Freizeit verbringe. Die zweite Person mir gegenüber bemerkte, wie auf einmal ein Strahlen in mein Gesicht kam. Mehr muss ich zum Thema Leidenschaften – glaube ich – gar nicht mehr erzählen.

Ja, ich bin eine Stampin’ Up! Demonstratorin und das nun schon seit bummelig 2 Jahren – am 26. April 2012 habe ich meinen Demonstratorenvertrag unterschrieben und es noch keine Sekunde bereut.

Aber wie bin ich dazu gekommen?

Auf Umwegen.

Dass ich schon immer gerne gebastelt habe, brauche ich wohl nicht weiter erwähnen. Es gab aber auch Zeiten ohne – nämlich zwischen Pubertät und Berufseinstieg. Da war ich mit anderen Dingen beschäftigt – mit so wichtigen Dingen wie Jungs, mir selbst und meiner KARRIERE. Woohoo!

Zur Kreativität habe ich erst mit Mitte Dreißig zurück gefunden und zwar in einer Zeit, als es mir und meiner Seele nicht gut ging. Ich habe angefangen zu malen und darüber ganz viele Sachen, die in meinem Leben nicht ganz so glücklich liefen, verarbeitet. Das hat mir gut getan. Das Malen hat mir geholfen, wieder zu mir selbst zu finden, mich neu zu sortieren und vor allem, mich wieder zu erden.

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Dieses Bild liebe ich  - es hängt heute noch in unserer Küche –
und ist gar nicht so düster, wie es scheint – nicht für mich jedenfalls.

Es war ein langer und schwerer Prozess, aber ich habe es Dank meiner Kreativität geschafft, meine eigene Mitte wieder zu finden und glücklich zu werden. Ein Selbstgänger, dass ich danach meinen jetzigen Mann kennenlernte, wieder Kontakt zu meinen Eltern aufnahm und endlich auch wieder glücklich in meinem Leben wurde.

Ohne Kreativität bin ich nicht ICH und auch nur ein Teil meiner selbst.

In dem Büro in dem ich damals arbeitete, hatte ich eine Kollegin, die bastelte und mich zu Bastelabenden einlud. Ich habe damals nicht gerafft, dass sie Produkte von Creative Memories vertrieb und eigentlich das gleiche machte, was ich heute tue. Es war aber auch wirklich nicht erkennbar. Ich glaube, sie konnte noch schlechter verkaufen als ich.

Was mich aber total faszinierte waren die Fotobücher, die sie gestaltete – der Begriff Scrapbooking war mir damals noch komplett neu. Diese tollen Fotobücher waren für mich der Einstieg zurück ins Papierbasteln.

Gruselig aus heutiger Sicht meine ersten Karten und Verpackungen.

Auch sehr schön dieses Werk

Wenn Ihr in meinem Blogarchiv ganz auf den Anfang (2008 und 2009) zurück geht, bekommt Ihr einen kleinen Einblick in meine damaligen Werke.

Zur Silberhochzeit meiner Schwiegereltern habe ich mich dann an mein erstes Großprojekt gewagt – ein Fotoalbum als Erinnerung an die tolle Party. Das hat mich viel Zeit gekostet – und Geld, denn ich fing an, mir nach und nach Werkzeug zu kaufen - Stanzen, die ich heute nicht einmal mehr anfassen mag, weil sie total unhandlich und schwergängig sind. Richtig viel Geld habe ich auch auf der Suche nach den richtigen und vor allem farblich passenden Papieren gelassen. Ich mag gar nicht daran denken, wie mühsam es war, das Material zu beschaffen. Fehlkäufe, von denen ich mich erst neulich durch Abgabe in einen Kindergarten oder zur Müllabfuhr getrennt habe, waren an der Tagesordnung. Gruselig diese Mengen! In diesem – meinem ersten – Album blättere ich heute aber tatsächlich noch ganz gerne, auch wenn sich mein Stil mittlerweile ziemlich geändert hat.

Dann stand unsere Hochzeit an. Es versteht sich von selbst, dass die komplette Papeterie Frauensache war und nicht von der Stange kommen sollte. Die Grundkarten schnitt ich Stück für Stück mit einem Cuttermesser und Lineal aus großen 50 cm x 70 cm Bögen Farbkarton. Falzlinien zog ich mit einer Prickelnadel und Lineal. Erst gegen Ende der Arbeiten zog eine Schneidemaschine bei mir ein. Für die Briefumschläge kaufte ich mir bald ein Falzbrett. Oh Wunder, Basteln erhielt eine neue Dimension – es war nicht mehr so beschwerlich. Auch habe ich das erste Mal in meinem Leben embosst. Nach kläglichen Versuchen mit dem Toaster kaufte ich mir sehr – SEHR – bald einen Embossingfön. Ich frage mich heute noch, wie andere das mit dem Toaster hinbekommen, ohne sich die Finger oder gar das Papier zu verbrennen.

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Zu dieser Zeit habe ich viel auf YouTube gestöbert – ich war auf der Suche nach neuen Ideen und Anleitungen. Ich fand es toll, anderen beim Basteln zuzusehen und zu von ihnen zu lernen. Ganz häufig habe ich bei Dawn Griffith (Hi Stampers) reingeschaut und mich bald gefragt, womit (zum Geier) sie da arbeitet. Ich fand die Stanzen, die zu den Stempelmotiven passten, so SO toll. Das erste Mal ist es mir bei Weihnachtskarten mit dem Set Delightful Decorations und der Stanze Ornament aufgefallen – in dieses Set hatte ich mich von der ersten Minute an verliebt. Ich besitze es heute noch, hatte es in einem Anflug geistiger Umnachtung einmal verkauft, als es aus dem Sortiment ging, es mir aber schon sehr bald wieder zurück gekauft. Delightful Decorations stellt für mich den Inbegriff meiner Stampin’ Up! Begeisterung dar und wird daher (jetzt) wohl auf ewig in meinem Bestand bleiben. Love it!

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Der Anfang war gemacht – Stampin’ Up! hatte ab da meine ganze Aufmerksamkeit.

Ich durchforstete Stunde um Stunde das Internet, um heraus zu bekommen, wie ich an dieses tolle Zeug komme. Bald war ich zu der Überzeugung gelangt, dass ich die tollen Produkte nur dann bekommen könnte, wenn ich eine sog. Stempelpartie veranstalte. Wie aber sollte ich das ohne kreatives Umfeld anstellen – schauten mich doch eh schon immer alle komisch an, wenn ich erzählte, ich würde basteln?

Stampin’ Up! rutschte für mich wieder in unerreichbare Ferne.

Irgendwann kam ich dann aber auf den Trichter, dass es diese Demonstratoren gab, die Sammelbestellungen veranstalteten und ich dort einfach mitbestellen konnte – ohne eigene Party und ohne kreatives Umfeld.

Bei Jenni habe ich meinen ersten Katalog bestellt. Oh, was war ich hibbelig als dieser schon zwei Tage später im Briefkasten lag. “Viel Spaß beim Stöbern!” stand drauf. Und den hatte ich.  Ich habe ihn gestreichelt, tagelang durchgeblättert, Wunschzettel geschrieben, wieder gestrichen, neu geschrieben – am Ende stand unterm Strich eine 2 mit zwei folgenden Zahlen VOR dem Komma. Und überm Strich stand WIRKLICH nur das Nötigste. Mit zitternden Händen – vor Aufregung, endlich am Ziel meiner Bastel-Wünsche angekommen zu sein – drückte ich auf den Senden-Button und hatte schwubs meine allererste Stampin’ Up! Bestellung aufgegeben. Das tat gar nicht weh!

Es folgten Tage des Wartens, die mir wie eine halbe Ewigkeit vorkamen, tatsächlich waren es nur drei oder vier. Und dann stand es da – mein erstes Stampin’ Up! Paket. Momente der Glückseligkeit – so eine Freude.

Ab diesem Moment war ich im Bastelhimmel – und stellte fest, dass das Nötigste nicht genug war. Die zweite Bestellung ließ nicht mehr lange auf sich warten.

Ich wusste, dieses Hobby würde mich Geld kosten – viel Geld, aber gut angelegtes Geld. Dieser Bastelstoff ist wirklich jeden Cent wert.

Bald schon merkte ich, dass mir noch etwas mehr zu meinem Glück fehlte – nämlich das kreative Umfeld und die Gleichgesinnten. Ich las von Bastelworkshops, die angeboten wurden – nur leider immer zu Terminen, an denen ich verhindert war oder viel zu weit weg.

Parallel hatte sich aber noch ein anderer Gedanke in meinem Kopf breit gemacht. Wenn ohnehin absehbar ist, dass mich dieses Hobby nicht mehr los lassen wird, es auf Dauer recht teuer und momentan auch irgendwie recht einsam ist, warum dann nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden und selbst Demonstrator werden. Ich würde automatisch kreative Leute kennen lernen, die von Stampin’ Up! genauso begeistert sind wie ich, und bei meinen Bestellungen würde ich durch den Preisnachlass Geld sparen (beim Ausgeben sparen, jaja).

Nach ein paar kurzen Telefonaten mit meiner heutigen Upline war der Vertrag auch recht schnell unterschrieben, aber oh Wunder, das kreative Umfeld kam nicht einfach so mit dem Trocknen der Tinte zu mir. Das war zu diesem Zeitpunkt allerdings auch nicht schlimm, denn ich steckte noch tief in den Hochzeitsvorbereitungen.

Im September war Stampin’ Up! auf Städtetour in Hamburg – eine gute Gelegenheit, endlich meine Upline persönlich kennen zu lernen und dutzende andere Gleichgesinnte zu treffen. Oh was war ich aufgeregt. Zum Glück hatte ich mich im Vorfeld über die Connection schon mit ein paar Mädels zum Swappen verabredet. So lernte ich Anja kennen – meine Seelenverwandte im Basteln und heute eine meiner lieben Kolleginnen in unserem SiN-Team.

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Die Städtetour war dann auch der eigentliche Beginn meiner Demonstratorentätigkeit. Die Hochzeit lag hinter uns, so dass ich mehr Zeit für Stampin’ Up! hatte. Die ersten kleinen Bestellungen kamen herein und ich begann Basteltreffen bei mir zu veranstalten. Anfangs hatte ich ganz häufig gar keine Anmeldungen, dann kam gelegentlich mal eine Freundin mit dazu. Es flutschte nicht so richtig. Heute weiß ich, dass man auch etwas Geduld mit sich selbst braucht – es wird mit der Zeit.

Zur Sale-A-Bration 2013 meldete sich dann plötzlich Lena bei mir und hatte Interesse an Stempelrädern. Also habe ich sie spontan eingeladen, diese mal bei mir auszuprobieren. Und wie geht so etwas einfacher und schöner als an einem kleinen Bastelprojekt, denn das mache ich ja schließlich am liebsten – BASTELN. Hier seht Ihr Lenas und meine erste gemeinsame Karte.

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Schon sehr bald nach ihrer ersten großen Bestellung (natürlich auch nur das Nötigste) entschied sich Lena aus den gleichen Gründen wie  damals ich, selbst als Demonstratorin einzusteigen. Und auf einmal hatte ich ein eigenes kleines Team, das seit gestern – wir haben es endlich mal wieder geschafft, uns zu treffen –  auch offiziell einen eigenen Namen hat. Wir sind ab jetzt die Stempeldeern_3-001

und freuen uns riesig über Teamzuwachs. Mehr zu unserem Team und unseren Aktivitäten erfahrt Ihr in den nächsten Tagen auf unseren Blogs – bleibt dran, wenn Ihr neugierig seid.

Und sonst so?

Ja, es wird.

Ich habe mittlerweile einen kleinen aber feinen Kundenstamm. Bei meinen Basteltreffs sitze ich nicht mehr alleine da – beim letzten Mal war der Tisch ausgebucht.

Ich habe auch endlich ein kreatives Umfeld, denn ich treffe mich regelmäßig und gerne mit kreativen Kolleginnen - an dieser Stelle liebe Grüße an Anja, Ilka, Petra und Maren – und freue mich auch, bei überregionalen Treffen auf so liebe Kolleginnen wie Dina zu treffen, die man sonst gar nicht treffen würde, was sehr schade wäre.

Mit meinen Mädels aus dem SiN-Team veranstalte ich zweimal jährlich einen großen stempelintensiven Workshoptag, der von unseren Kundinnen toll angenommen wird. Der nächste Workshoptag zum Thema “Mit Liebe selbst gemacht” findet übrigens am Samstag, dem 20.09.2014, statt.

SAVE THE DATE !

Und ich freue mich noch immer wie ein kleines Kind an Weihnachten, wenn ein neues Paket von Stampin’ Up! ankommt. Die Faszination ist grenzenlos und mit dem neuen Katalog gibt es so viele tolle neue Produkte und Ideen … ich könnte übersprudeln vor Kreativität und kann es kaum erwarten, alles Neue auszuprobieren. Ich glaube, das hört nie auf. Da sind wir Demonstratorinnen wie unsere Kundinnen – das Basteln und Stampin’ Up! verbindet uns.

Das war und ist meine Geschichte mit Stampin’ Up! und ich freue mich auf noch ganz viele tolle Erlebnisse rund ums Basteln und Stampin’ Up!

Toll, dass Ihr bis hierher durchgehalten habt.

Zu lieben was wir tun, zu teilen was wir lieben,
und somit anderen zu helfen,
durch eigene Kreativität Erfolge zu erzielen.
Dadurch zeichnen wir uns aus!

In diesem Sinne wünsche ich eine zauberhaft kreative Zeit und freue mich, wenn Ihr wieder bei mir vorbei schaut. Später gibt es noch mein Projekt für

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sowie die neue Wochenaufgabe.

Viele Grüße aus Hamburg!
AlexJpeg

PS:
In unserem Bloghop schreiben auch andere Demonstratorinnen über Ihren Weg zu und mit Stampin’ Up! Wenn Ihr Interesse habt, lest doch einfach noch ein wenig weiter

Kommentare:

  1. Vielen Dank für diesen Einblick, liebe Alex. Nun kenne ich dich wieder ein Stück besser *freu*.
    Liebe Grüße,
    Petra

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  2. Liebe Alexandra,
    ich erkenne mich in deinem Beitrag auch wunderbar hier und da wieder. An der Stelle, wo Du von deiner Kollegin berichtest, die CM Produkte noch schlechter verkaufte als Du, ich musste wirklich so laut lachen. Ganz fantastisch! Könnte auch auf mich zutreffen. So erfrischend.

    Hab noch einen schönen Tag.

    Liebe Grüße
    Cornelia

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  3. Hallo Alexandra,
    vielen Dank für die tolle Idee! Das ist ja der Wahnsinn, wie viele Demokollegen dem Aufruf nach der persönlichen SU-Geschichte gefolgt sind.
    LG Birgit

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  4. Liebe Alexandra
    Tolle und interessante Geschichte! Es ist wirklich schön, wenn man etwas gefunden hat, was einen derart fesselt, fasziniert und glücklich macht. Somit wünsche ich dir auch weiterhin noch viel Glück und Freude mit deinem Lieblingsmaterial, dem Papier! LG, Nadia

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  5. DANKE....super,was Du und die lieben anderen Demonstratotrinen EDuch für Arbeit macht,uns Eure
    tollen Geschichten zu schreiben!D ANKE!
    LG MSBine

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  6. WUNDERVOLL!!!
    Über Deine Erstlingskarten mußte ich schon ein bißchen schmunzeln... Diese silrigen und güldenen Sticker!! Ich erinnere mich dunkel, daß die für mich irgendwann mal der Inbegriff des nötigen Bastelutensils waren... *gröhl*

    Das nicht-bastelnde direkte Umfeld habe ich auch. Umso schöner, wenn es andere Wege gibt, Menschen zu treffen, die wertzuschätzen wissen was man tut. Und die es genauso normal finden, mit Washiresten am Handrücken zum Einkaufen zu gehen... ;-)

    "Stempeldeerns" finde ich übrigens einen großartigen Namen!! Hummel-Hummel!!

    GLG,
    Mel

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